Mein Time Machine-Backuplaufwerk, eine externe USB-Festplatte, schon seit geraumer Zeit voll – Ersatz musste her. Zwar löscht Time Machine ja automatisch ältere Backupsum Platz für neue zu schaffen, aber eine nicht kabelgebundene Lösung wäre schon schick. Als preisgünstige Alternative zu Apples Time Capsule stieß ich auf das NDAS von Dawicontrol. Viele NAS-Speicher sind ja nicht ohne Weiteres mit Time Machine kompatibel, denn Apple unterstützt neben der Time Capsule von Haus aus nur direkt angeschlossene USB- und FW-Laufwerke. Das schränkt die Auswahl stark ein.
Das NDAS ist im Prinzip ein Festplattengehäuse, dass neben einem SATA- und USB-Anschluss auch eine Ethernet-Schnittstelle hat. Mit dieser lässt sich das NDAS über einen Router ins Netzwerk integrieren. Im Gegensatz zu NAS-Lösungen, die mit iTunes-/Media-Server, Web- und E-Mail-Server oder anderen praktischen Features aufwarten, bietet das NDAS keine weiteren Funktionen. Dafür ist es allerdings deutlich schneller – Dawicontrol spricht von einer bis zu 5-fach höheren Geschwindigkeit gegenüber herkömmlichen NAS. Das Plastikgehäuse ist hässlich wie die Nacht und kann gegen meine schicke USB-Platte im Alu-Gewand natürlich nicht anstinken, aber da es ja auch nicht auf dem Schreibtisch stehen wird, sondern verborgen in der selben Ecke wie FritzBox, Drucker und dem übrigen Kabelgewühl macht das nichts.
Um jetzt über das Netzwerk (in meinem Fall über WLAN) auf die NDAS zugreifen zu können, muss man einen kleines Dienstprogramm installieren. Greift man das erste Mal auf das Laufwerk zu, muss man die Seriennummer eingeben, die man am Gehäuseboden findet; um den Schreib-Lese-Zugriff zu aktivieren, muss man zusätzlich einen weiteren Code eingeben. Das hat bei mir zunächst nicht geklappt: ich hatte die Platte via USB formatiert, über Ethernet wollte sie dann aber partout nicht vom Dienstprogramm gefunden werden. Auf der Website von Ximeta (Entwickler der NDAS-Technologie) fand ich aber eine dezidierte Snow-Leopard-Version des Dienstprogramms. Obwohl es die selbe Versionsnummer hat, installierte ich es nochmal drüber, und siehe da: die Platte wurde nunmehr in der Auswahl angezeigt.

Allerdings wird von den beiden Partitionen, die ich angelegt habe, nur der Mac OS Extended-Teil angezeigt – der FAT (MS DOS)-Teil nicht. Meinem Time Machine-Vorhaben tut das aber keinen Abbruch. Zunächst deaktiviere ich die Time Machine. Über Nacht kopiere ich mit dem Festplatten-Dienstprogramm („Wiederherstellen“-Funktion) mein altes Backup-Volume auf das NDAS-Laufwerk. Nachdem der Klon-Vorgang abgeschlossen ist, wird das neue Laufwerk sogleich als Backup-Laufwerk erkannt – Time Machine startet sofort mit dem nächsten Backup-Lauf auf der neuen Platte, als ob es die alte wäre. So hatte ich mir das vorgestellt!
Während der Installation des Dienstprogramms erschien der Hinweis, dass der Schreib-Lese-Zugriff von mehreren Macs (noch?) nicht unterstützt wird. Zwar können sich mehrere Macs das NDAS-Laufwerk auf den Schreibtisch holen – schreiben kann immer nur einer. Als zentraler Time-Machine-Server für mehrere Macs kommt das NDAS also nicht in Frage, für einen Einzelplatz-Backup stellt es aber eine bestens geeignete Alternative zu USB-/FW-Laufwerken oder eine Time Capsule dar. Vorteilhaft ist auch, auf das Backup jederzeit auch ohne das installierte Dienstprogramm zugreifen zu können, denn man kann das NDAS ja auch ganz herkömmlich per USB an den Mac anschließen. Im Falle einer kompletten Rechner-Neuinstallation, bei der man Daten aus dem TM-Backup wieder herstellen möchte, sicher praktisch.
Danke für den Bericht, die DNAS hab ich mir jetzt auch geholt.
Ich hatte schonmal ein Dawicontrol Gerät, und war höchst zufrieden.
Wie klappts denn bisher in Verbindung mit der Time machine? Kam es schonmal zu Problemen / Datenverlust?
Inzwischen läuft die Platte am USB-Bus. Irgendwie gab es immer mal wieder Verbindungsprobleme. Aber ein MacBook ist nunmal mobil, und wenn ich es mitnehme, ist die NDAS nicht erreichbar, man sollte sie also vorher abmelden, das hat mich irgendwann genervt. Auch die häufigen Backup-Intervalle habe ich inzwischen entschärft. Jetzt startet TM erst, wenn ich die Platte per USB einstöpsele.
Einen Totalverlust des Backups gab es allerdings auch zu beklagen, das war dann auch der Anlass, auf USB umzusteigen. Den Grund dafür konnte ich nicht ermitteln, die Platte war einfach “weg” und ich kam mit keinen Tricks mehr an die Daten. Aber es war ja nur das Backup, insofern halb so schlimm.
Übrigens mache ich zusätzlich auch einmal wöchentlich ein bootable Backup mit Super Duper, um im Notfall schnell weiter arbeiten zu können.
Hm,
hab eigentlich schon 2 Stück + 2 Samsung HDD’s bestellt. Aber wenn ich das so lese bleib ich lieber doch bei meinem Airport Extreme.